Eintritt: keiner
Führung: auf Anfrage in Heidelberg
Hotel: keines
Café/Restaurant: Waldgaststätte am Parkplatz
Info: keine
Souvenirs: keine
Lage: Die Thingstätte liegt auf dem Heiligenberg über Handschuhsheim, einen Stadtteil von Heidelberg
Anfahrt: Parkplatz im Wald, Fussweg ca. 5 Minuten leicht bergauf
Als ich auf der Infotafel am Parkplatz zu den Klöstern die Thingstätte der Nazis ent- decke, beschliesse ich, sie mir nicht
anzusehen. Doch auf dem Rückweg vom
Michaelskloster stehe ich auf einmal hoch oben
über der Anlage. Das Erschreck- ende ist, dass man sich dem Eindruck nicht
entziehen kann. Man findet es scheuss- lich, die Energien sind abstossend,
doch gleichgültig lässt einen die Architektur nicht. Schockierend.
Fazit: Keine Ahnung. Ansehen? Oder nicht? Dass dort
heute kulturelle Sachen stattfinden finde ich gut, glaube ich. So wird die alte Energie "überschrieben". Aber dabeisein möchte ich nicht.
Ich habe mich entschlossen, die Thingstätte nicht als eigenen "Fundling" aufzuneh- men. Sie ist kein von mir empfohlenes
Ausflugsziel, ich erwähne sie nur als Link der beiden Klöster
auf dem Heiligenberg. Ich wollte hier nicht abgebildet sein und ich
wollte auch keines der "beeindruckenden" Bilder als grosses Startbild nehmen. Schlimm genug, dass
man von dieser bedrückenden Anlage absolut
kein "schlech-
justifyfiller

tes" (nichtsagendes) Bild machen kann, egal wie beliebig
man hier- und dorthin knipst. Zum Nachdenken taugt das Thingding
unbedingt, und das wenigstens ist gut.
Geschichte: Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten
entsteht die sogenannte "Thingbewegung", Teil der Blut- und
justifyfiller
Bodenmystik, um "...den neuen deutschen Menschen nach dem Willen des Führers
zu formen und zu schaffen". Ursprünglich sollen in ganz Deutschland 400+ Thing- stätten
entstehen - als Freilichtbühnen für NS-Veranstaltungen und Zeugnis "ural- ten
Ahnenerbes" (die Germanen hielten "Things" ab; politische, rechtliche und kultische
Versammlungen, oft als Steinkreisanlagen auf hohen Punkten im Ge- lände).
Auf dem Heiligenberg befand sich angeblich eine germanische
Thingversammlungs- stätte - archäologische Hinweise darauf sind nie gefunden worden.
1935 wird die Anlage vor 20.000 Menschen durch Reichsminister Joseph Goebbels
eingeweiht, der sie als "wahre Kirche des Reiches" bezeichnet.
Kurz darauf jedoch
lässt die Begeisterung der Nazis an der Thingbewegung nach; Film und Rundfunk
lassen sich besser zu Propagandazwecken nutzen, das Heiligen- berg-Thing wird
bedeutungslos, nur noch zu Sonnenwendfesten genutzt.
Nach dem Krieg verfällt
die Thingstätte, heute gehört sie der Stadt Heidelberg, die sie seit 1987
kulturell nutzt.
Link: www.sino.uni-heidelberg.de/[...]/Heiligenberg/Thingstaette.htm
