Eintritt: keiner
Führung: keine
Hotel: keines
Café/Restaurant: keines
Info: Kirchenführer 5 €
Souvenirs: keine
Lage: St. Martin liegt in Bockenheim an der Weinstrasse, ca. 15 km von Worms entfernt
Anfahrt: parken unterhalb der Kirche
Eigentlich wollte ich zur Petruskirche in Bubenheim; irgendwo auf dem
Weg bin ich falsch abgebogen (zum Glück benutze ich kein Navi!) und
sehe diesen ungewöhnlichen Turm über die Felder ragen. Und so bin
ich nach Bockenheim reingefahren.
St. Martin ist evangelisch und deshalb
ist natürlich bereits das Tor zum Kirchengelände zu. Zufällig aber waren
einige Leute aus dem benachbarten Weingut auf den Weg in die Kirche und
ich durfte mich anschliessen.
Der freistehende Turm neben St. Martin hat
ursprünglich zu einer roma- nischen Kirche gehört, die im 19. Jhrd
abgerissen wurde, und noch eine
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dritte Kirche - angeblich aus dem 6. Jhrd - hat im frühen Mittelalter hier auf dem Hügel gestanden.
Der Innenraum von St. Martin ist wunderbar ausgemalt, gotische Blumenranken am Gewölbe,
ein älterer Fresken- zyklus im Chor. Zahlreiche Konsolensteine mit tollen
skur- rilen Köpfen, Eidechsen, Fuchsgesichter. Die türkisfar-
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bene Orgel und
Kanzel unterstützen den schönen bunten Eindruck. Aussen um die Kirche - die mit
einer dicken Mauer umgeben ist - sind Wiese, Wildwuchs und einige alte
Grabsteine. Versteckt neben dem Turm findet man ein schönes romanisches
Fenster am Seitenschiff. Vom Kirchhügel blickt man weit auf die
Weinberge, doch dem Ort merkt man den Titel "Beginn der Weinstrasse"
nicht an; eher verschlafen geht es hier zu.
Fazit: Da die Kirche gewöhnlich geschlossen ist, empfiehlt es sich,
anzu- rufen und nach einer Besichtigung zu fragen. Die schönen Malereien
und der ungewöhnliche Turm sowie die Lage sorgen für einen wirklich
loh- nenswerten Abstecher.
Geschichte: Die Entstehungsgeschichte von St. Martin ist leider über- wiegend unklar. Vermutlich befindet sich an der Stelle des benachbarten
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Schlossgutes ein karolingisches Königsgut, zu dem auch eine
Vorgängerkirche von St. Martin gehört haben könn- te. Am Ende des 12.
Jhrds is sie in Besitz des Grafen Emich III. von Leiningen, dessen
Tochter sie 1196 der Abtei Waldgassen an der Saar übergibt.
Zu dieser
Zeit wird der Vorgängerbau wohl erweitert. In
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der Veldenzer Fehde wird
Bockenheim von Kurfürst Friedrich I. belagert, dabei kommt es auch zu
grossen Schäden an der Martinskirche.
Um ca. 1520 veranlasst Graf Emich
VIII. von Leiningen ihre Renovierung, 1560 kommt sie an die Lutheraner.
1582 kauft Emich XI. das ehemalige Propsteigebäude neben der Kirche und
baut es in ein Schloss um, fortan dient St. Martin als Schlosskirche.
Nach Beschädigungen im Pfälzer Erbfolgekrieges erfolgt ein barocker
Aus- bau, Anfang des 20. Jhrds folgen weitere Umbauten. In den 1960er
Jahren werden die Malereien im Chor entdeckt und restauriert.
Link: http://bockenheim.de/[...]/sehenswuerdigkeiten/martinskirche.html
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