Eintritt: keiner, Spende willkommen
Führung: keine
Hotel: keines
Café/Restaurant: keines
Info: Klosterführer ab 3,50 €
Souvenirs: ein paar
Lage: Kloster Schulpforta liegt in Schulpforta bei Bad Kösen, ca 5 km von Naumburg entfernt
Anfahrt: Parkplatz am Kloster
Wenn man von Bad Kösen kommt, ist das erste, was man vom Kloster sieht,
das neugotische Torhaus. Zum Parkplatz fährt man aber noch eine Kurve
weiter und betritt das Gelände an der Bauhütte des Naumburger Doms und
einigen leicht vergammelten DDR-Bauten vorbei. Jetzt steht man vor dem
Gotischen Haus mit seinem schönen Dach, weiter rechts das ehemalige
Mühlgebäude an verwunschenem Teich.
Und so geht es weiter: hinter jeder
Ecke fällt der Blick auf eine andere Epoche, man hat das Gefühl, wie im
Zeitraffer durch die ganze Kloster- geschichte zu gehen! Und obwohl Pforta
vor 500 Jahren aufgelöst wurde,
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hat man selten so einen überzeugenden
Eindruck eines Klostergeländes, weil so viele verschiedene Funktionen
noch erkennbar sind - und genutzt werden: Landwirt- schaft, Werkstätten,
Schule. Und natürlich die Kirche. Die sensationelle Kirche.
Sie betritt
man durch den Kreuzgang mit romanischen
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Kapitellen und einer grossen
Kastanie im Mittelpunkt, verschwommene Reste von Malerei an der Decke.
Die Kirche ist nahezu leer, Sonnenlicht fällt durch bunte Fenster, in
den Seitenschiffen stehen tolle Grabplatten.
Die romanische Abtskapelle
befindet sich neben dem rotleuchtenden Re- naissance-Fürstenbau. Sie ist
normalerweise nur bei Führungen zugänglich, man kann aber durch eine
Gittertür hineinsehen. Mir haben die netten Mit- arbeiterinnen den
Schlüssel gegeben, so dass ich mir den schön verzierten Chor aus der Nähe
ansehen konnte!
Auf dem Gelände begegnen einem ab und zu grüssende
Schüler, und ich stelle mir kitschigerweise vor, dass man hier besonders
gut lernen kann...
Fazit: Schwerpunkt im Internet sind die Schule und das Weingut; wie
grossartig das Klostergelände ist, kommt da definitiv zu kurz! Die
Kirche
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und die Abtskapelle sind natürlich die Highlights, aber die
gesamte restliche Anlage und die Atmosphäre im Kloster Schulpforta sind kaum
weniger gut. Eine echte Ent- deckung und absolut empfehlenswert!
Geschichte: Graf Bruno im Pleißengau gründet 1127 in
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Schmölln (heute
Ostthüringen) ein Zisterzienserkloster. Den Mönchen sagt der Ort jedoch
nicht zu. Da dem Bischof von Naumburg (zu dessen Gebiet auch Schmölln
gehört) aber daran gelegen ist, die Zisterzienser in der Gegend zu
halten, bietet er ihnen 1137 stattdessen den Platz an der Saale nahe
Naumburg an und nennt seine neue Gründung Sanctae Mariae ad Portam.
Die
Mönche entsumpfen die Saale an dieser Stelle und pflanzen schon 1154 die
ersten Weinberge (die heute noch vom Landesweingut Kloster Pforta
bearbeitet werden). Das Kloster erlangt schnell wirtschaftliche
Bedeutung und ist bereits im 13. Jhrd eines der reichsten Klöster
Thüringens.
Im Zuge der Reformation wird Pforta 1540 von Herzog Heinrich
V. von Sachsen aufgelöst. Sein Sohn Moritz wandelt das ehemalige
Klostergelände in eine Landesschule um. Um Jungen aus allen Schichten
eine Schul-
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ausbildung zu bieten, verfügt er, dass der Besuch
schul- geldfrei sei. Um die Finanzierung des Schulbetriebes den- noch zu
ermöglichen, gründet er die Stiftung Schul- pforta, der er den einstigen
Klosterbesitz überträgt.
1815 gelangt die Schule unter Preußische
Herrschaft. Die Nazis machen 1935 aus Schulpforta eine
National-
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politische Erziehungsanstalt. Da sich die Schule zunächst
dagegen wehrt, werden alle Lehrer sowie alle älteren Schülerjahrgänge
entlassen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Stiftung enteignet, in
der DDR ist die Schule Erweiterte Oberschule.
Nach der Wiedervereinigung
wird die Stiftung Schulpforta wieder ein- gerichtet, die Schule ist
Internat für Begabte. Die Klostergebäude werden teilweise restauriert, Schulpforta ist heute Teil der "Strasse der Romanik" in Sachsen-Anhalt.
Link: http://www.landesschule-pforta.de/
Ausflüge in die Nähe: Aegidien & Johanneskapelle Naumburg (5km),
Stadtbefestigung Naumburg (5km),
Naumburger Dom (5km),
Rudelsburg (7km),
Burg Saaleck (7km),
Schloss Neuenburg (13km),
Sonnenobservatorium Goseck (15km)

