Eintritt: 1 €
Führung: keine
Hotel: im Ort
Café/Restaurant: im Ort
Info: ab 1 €
Souvenirs: keine
Lage: Die Mikwe liegt in Friedberg in der Wetterau, ca. 34 km von Frank- furt entfernt
Anfahrt: Parken im Ort, 2-5 min Fussweg

Die Mikwe befindet sich in einem unauffälligen Haus in der Altstadt von Friedberg. Über einen schmaler Hof mit der Lichtkuppel in der Mitte betritt man die Mikwe und ist sofort in ihren Bann geschlagen. Man hat das Gefühl, auf der Spitze eines Turmes zu stehen, der in die Erde hinabführt.
Das Wasser tief unten ist türkisgrün, an jedem Treppenabsatz sind wun- derschöne Kapitelle an den Säulen. Etwas Licht fällt durch die Kuppel und spiegelt sich im Wasser, an den Innenwänden befinden sich Nischen. Am beeindruckendsten aber ist das Echo. Das Rascheln der Jeans bei jedem Schritt hallt nach, und wenn man schüchtern "La" sagt, hört man den justifyfiller





Klang fünf Sekunden. Er schraubt sich im Schacht höher und höher und wenn er ganz oben angekommen ist, ist es kein menschliches Geräusch mehr, sondern ein einzel- ner, vibrierender Ton. Die Stufen der Treppe sind hoch, und saugen sich an den Füssen fest.
Man kann nicht "Treppen steigen" hier, man muss jede justifyfiller
Stufe einzeln gehen, und jede einzelne Stufe ist ein eigener Weg. Ganz unten, an der Absperrung zum Wasser sieht man, wie noch mindestens ein Stockwerk Treppen unter die Wasserobefläche führt, bevor der Boden der Mikwe erreicht ist.
Wenn man hier steht und es betreten Menschen die Mikwe, die vielleicht sogar reden, kommen diese Geräusche wie eine Lawine auf einen nieder- gestürzt; fast hat man das Gefühl, physisch von ihnen erschlagen zu wer- den. Ich war dies Jahr mehrmals hier, und die Faszination lässt nicht nach.

Fazit: Beeindruckend. Auch wenn man nicht lange hierbleibt: ein – Achtung Trendwort – nachhaltiges Erlebnis. Empfehlenswert!

Geschichte: 1241 wird erstmals eine jüdische Gemeinde in Friedberg erwähnt, die Mikwe wird wohl um 1260 erbaut. Eine Steininschrift nennt als justifyfiller





Stifter "Isaak aus Koblenz" sowie die Jahreszahl. Zur sel- ben Zeit wird auch die Friedberger Stadtkirche erbaut.
Steinmetzzeichen in Kirche und Mikwe deuten darauf, dass die kirchliche Bauhütte auch die Ausschmückung des Bades übernommen hat; Juden war das Ausüben ei- nes Handwerkes verboten. Da Friedberg auf einer dicken justifyfiller
Basaltschicht liegt, stösst man erst bei 25 m auf das benötigte Grund- wasser, das bei schwankendem Spiegel bis zu 2 Treppen übeerfluten kann. 1350 wird das Judenbad erstmals urkundlich erwähnt, bis 1808 wird es von der jüdischen Gemeinde genutzt, später dient sie einem Metzger als Kühlraum. 1875 kauft es die jüdische Gemeide zurück, 1902 wird das Wohnhaus über der Mikwe errichtet. 1939 wird sie unter Druck der Nazis an die Stadt Friedberg "abgetreten", der sie heute noch gehört. Im selben Jahr wird die – 1938 in Brand gesetzte – Synagoge wegen angeblicher Baufälligkeit abgebrochen, auch der Judenfriedhof wird zugeschüttet. Heute gibt es keine jüdische Gemeinde in Friedberg mehr.

Link: http://www.wissenportal-friedberg.info/Wissenportal[...]/

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