Eintritt: 2,50 €
Führung: keine
Hotel: keines
Café/Restaurant: vorhanden
Info: Faltblatt kostenlos; Buch 6,50 €
Souvenirs: reichlich
Lage: Burg Fleckenstein liegt bei Lembach im Elsass, ca 14 km von Wis- sembourg entfernt
Anfahrt: Parkplatz unterhalb der Burg, 600 m /5 min zur Kasse, 500 m /
4 min weiter zur Burg
Hinter Wisembourg führt die Landstrasse durchs Elsass Richtung Lembach,
und ich kann mich gar nicht einkriegen, wie französisch die Orte
aussehen; nie mehr als 7-8 km von der Grenze entfernt. Nur leider sitzen im Septem- ber keine Störche mehr auf den Schornsteinen.
Die steile
Auffahrt durch den Wald zur Burg Fleckenstein ist schon beein- druckend,
und beeindruckend geht es weiter. Wie bei vielen Pfälzer Felsen- burgen
sieht man von weitem nur den roten Sandstein, und erst beim Nä- herkommen kann man die Mauern und Türme erkennen, die aus dem Fels
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wachsen. In einer gewaltigen, einzeln auf dem Burgpla- teau stehenden Felsnadel führt eine Wendeltreppe
nach oben, man blickt auf die Kernburg und sieht immer noch nicht, was
einen dort Tolles erwartet.
Am rekonstruierten Tretkran vorbei geht es zum
eigent- lichen Burgeingang. Was an äusseren Gebäuden fehlt,
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findet sich
alles hier im Stein; der ist ausgehöhlt und beherbergt zahlreiche Räume,
Gänge und Treppen. Geheimnisvolles Licht fällt durch die
Fenster- öffnungen im Fels; auf Burg Fleckenstein entdeckt man die Schönheit von
Treppenstufen.
Über verschiedene Ebenen gelangt man nach ganz oben:
Ruinen der Pa- lasmauer, Zisternen und Badestube. Der Blick in die Berge
ist umwerfend, überall lugen rote Felsnadeln aus dem Wald. Einige sind
sicherlich weitere Burgen, denen man es nicht ansieht...
In den
Untergeschossen befindet sich ein winziges Museum mit Funden von der
Burg, im Aufgang der Vorburg sind tiefe Rillen im Stein, Wagen und
Wasser haben sie geschaffen. Bei einem Rundgang um den Burgfelsen herum sieht man, wie die beiden Rundtürme an die Südseite des Gesteins geklebt
sind. Vor der Burg ist eine Köhlerei zu besichtigen, es riecht noch
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nach
Feuer und Kohle. Das Café befindet sich am Ein- trittskomplex, ebenso wie die kleine Ausstellung.
Auf der Rückfahrt durch
Climbach (so bezaubernd wie Lembach) zeigt ein Schild "Ruines d'une
ancienne cha- pelle du XIIe siècle" in den Wald, milde neugierig und halb
verzaubert folgt man ihm; Blick auf Schafe in tiefste- hender Sonne. Nach
kurzem Spaziergang vom Parkplatz steht ein Chorbogen in ein paar
kniehohen Mauerresten am Waldrand, und auch wenn Frankreich früher dran
war mit der Gotik, sieht mir das
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hender Sonne. Nach
kurzem Spaziergang vom Parkplatz steht ein Chor- bogen in ein paar
kniehohen Mauerresten am Waldrand, und auch wenn Frankreich früher dran
war mit der Gotik, sieht mir das eher nach 14. als nach 12. Jhrd
aus. Das ändert aber nichts an der Magie dieses Ortes.
An der Spitze des
steinernen Bogens eine Marienstatue im verglasten Vogelhäuschen. Ein
alter Mann schabt Unkraut aus den Mauerfugen, der Rest ist Wald und
Wiese. Mein Zeitplan hat sich längst in französische Luft aufgelöst,
zufrieden und eher ziellos mäandere ich vor mich hin. Abends trinke ich
0,1 l Gewürztraminer nach Leberknödeln mit Specksoße, Kartof- feln und
Sauerkraut und bin beschwipst.
Fazit: Sensationelle Burg, grossartige Umgebung. Man muss allerdings
sagen, dass Fleckenstein die Wartburg des Wasgaus ist; selbst an einem
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Dienstag ausserhalb der Ferien. Und der Parkplatz war nur zu einem
Drittel voll... Dennoch: absolut empfeh- lenswert. In - wahrscheinlich -
fussläufiger Entfernung zu Burg Fleckenstein befinden sich noch
zahlreiche wei- tere, allerdings kleinere Burgruinen, für die ich schon zu spät war. Aber ich will sowieso wiederkommen.
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Geschichte: Lembach ist schon zu römischer Zeit ein Vicus, da sich hier
zwei wichtige Handelsstraßen kreuzen, es könnte auf dem Burgfelsen
be- reits eine Befestigung gegeben haben.
Vermutlich haben die
Salierkaiser auf dem Fleckenstein - so wie auf dem Trifels - den Ausbau der Burg
betrieben (beide liegen auf einer wichtigen Verbindungsroute zwischen
salischem Besitz) und sie als kaiserliches Lehen vergeben. Die Herren
von Fleckenstein werden 1129 erstmals erwähnt, ein in der Burg
gefundenes Kapitell datiert den Bau der Burg auf den Beginn des 12.
Jhrds. Über eine mögliche Vorgängeranlage ist nichts bekannt.
Die
Stauferkaiser bauen ihre Besitzungen in Hagenau und Kaiserslautern
weiter aus und versuchen, auch in dem dazwischenliegenden Gebiet an
Einfluss zu gewinnen. Um das zu verhindern errichten die hier ansässigen
Herzöge von Lothringen, die Bischöfe von Speyer und Strassburg Burgen
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zum Schutz ihres Besitzes, worauf die Salier mit weiteren Reichsburgen
antworten; so entsteht die ungewöhnliche Anzahl an Burgen in der
Umgebung, die Bedeutung von Fleckenstein nimmt zu, auch die Herren
von Fleckenstein werden immer mächtiger.
Im 15. Jhrd wird die Burg
weiter ausgebaut, die Familie
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wird in den Reichsfreiherrenstand erhoben,
auch im 16. Jhrd findet ein grosser Ausbau im Stil der Renaissance
statt. Bis ins 17. Jhrd hat Flecken- stein keinen Schaden durch feindliche
Truppen erfahren, doch 1689 wird die Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg
von den Franzosen zerstört.
Ein Wiederaufbau bleibt aus, die Familie
siedelt in das Schloss Trimbach über und 1710 nimmt sich der letzte
Fleckensteiner das Leben. 1789 wird die Ruine französisches
Nationaleigenturm und wird in der Folge von mehreren Privatbesitzern
erworben. Seit 1945 gehört Burg Fleckenstein der Gemeinde Lembach.
Link: http://www.fleckenstein.fr/de/accueil/empfang.html
Ausflüge in die Nähe: St. Peter und Paul (15km),
St. Ulrich (17km),
Burg Berwartstein (24km),
Wehrkirche St. Martin (24km),
Burg Drachenfels (24km),
Dahner Burgengruppe (25km),
Burg Landeck (30km),
Madenburg (34km),
Burg Trifels (41km)

