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Das Museum ruft eher Neugierde als Begeisterung hervor, allzu unmittel- bar geht es von einem Thema zum nächsten. Aber gerade dieses Gefühl, dass man nie weiss, ob einem im nächsten Raum Ofenplatten, Halbedel- steine oder ein nachempfundener Rittersaal mit Totenschädeln als Tisch- deko erwarten, sorgt für einige Unterhaltung.
Ich war zu dem Zeitpunkt der einzige Besucher, und die Atmosphäre ist schon etwas Besonderes, man geht durch die wirklich wunderschönen gotischen Gewölberäume, Treppe rauf, Treppe runter; die Schritte hallen, es ist still und angenehm kühl und es herrscht eine fast sakrale Stimmung. Die Fenster zum Berg bieten Ausblick in einen engen, weiteren Burghof, aber es könnten auch Gemälde sein. Man kann den Turm besteigen, und sich von oben von der großen Anlage beeindrucken lassen.
Das Restaurant/Hotel befindet sich vor dem gebührenpflichtigen Teil der Burg, hinter dem ersten Burgtor. Der Blick auf den Rhein ist nett, OK, von der Burg kann man von dort aus fast gar nichts sehen, das Personal ist routiniert und unpersönlich. Man hat eindeutig NICHT den Eindruck, auf einer Burg Kaffee zu trinken.
Fazit: Wäre nicht diese wirklich besondere Atmosphäre im „Museum“,
man müsste Burg Reichenstein nicht besuchen.
Schade, die Burg erscheint so groß und beeindruckend, und das Gefühl was man beim Gehen hat, ist „war das alles?“ Verschenktes Potential; be- eindruckender erlebt man die Burg, wenn man auf der rechten Rheinseite vorüberfährt, und andächtig auf sie blickt...
Warum macht man nicht mehr aus dieser Burg? Und was ist in all den an- deren Gebäuden???
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