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Man kommt bei der Führung sowohl durch das äussere Burggelände als auch in zahlreiche Zimmer; unter anderem die Schmiede, den Weinkeller, die großartige Küche, Wohnzimmer, Kapelle und Rittersaal mit
an den Esstisch angrenzender Toilette. (Die Toilettentüren waren in Burgen nicht von INNEN verriegelbar, sondern von AUSSEN. Die Abortöffnung - meist in den Burggarten - war ein Schwachpunkt der Verteidigung, sobald der Feind einmal in das Burggelände eingedrungen war. Leicht konnte er in dem Schacht nach oben klettern (...) und in die Innenräume gelangen. Daher der Riegel aussen; so blieb zumindest noch etwas Zeit, Verstärkung zu holen...)
Während man durch die Burg geht, enge Treppen rauf, schmale Gänge runter, um zugige Kurven, um unvermittelt im kleinen Innenhof zu stehen, hat man wirklich das Gefühl sich vorstellen zu können, wie man damals wohl gelebt hat.
Zum Abschluss betritt man noch die (nicht originale) Folterkammer. Davon sollte man sich allerdings nicht zu viel versprechen, wer sich hierfür inter- essiert, ist im Rüdesheimer Foltermuseum sehr viel besser aufgehoben (Hm, merkwürdige Formulierung...). Aber nun ja, ganz nett, und es rundet die Führung stimmungsvoll ab.
Ja, so könnte ich wirklich begeistert schwärmen, wenn, ja wenn nicht....die anderen Menschen wären. Die Gruppen sind sehr gross. Ca. 40 Menschen, darunter zahlreiche quengelnde, lebhafte Kinder, alle auf engen Raum ge- drängt. Befindet man sich am Ende der Gruppe verpassst man oftmals schon die ersten Sätze des Führers am neuen Haltepunkt, ist man im vor- deren Teil, kann man kein einziges Foto machen, auf dem nicht die gesam- te Gruppe mit drauf ist. Schade, aber wohl nicht zu ändern.
So habe ich die Führung halt zweimal gemacht; einmal zum Hören und ein- mal zum Sehen.
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