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Und dann war ich doch beeindruckt. Die Festung ist riesig und in sehr gut erhaltenem Zustand. Die Dimensionen, die strenge, geometrische Aufteil- ung, die hohen Mauern links und rechts, nehmen einen einfach gefangen. Die Führung kostet extra, ich habe sie ausnahmsweise nicht mitgemacht, da mich Details der preusssichen Kriegskunst nun doch nicht so interessie- ren; die Male allerdings, bei denen ich auf meinem Rundgang einer Gruppe begegnet bin, habe ich interessante Dinge erfahren. Auf jeden Fall keine Zeitverschwendung.
Mir hat es gereicht, durch die Anlage zu laufen und mich bizzar zu fühlen. Kann sich jemand an das PC-Spiel „Hexen“ vor ca 6-7 Jahren erinnern? Blödes Ballerspiel ála Doom und Quake, aber damals haben wir das Tag und Nacht gespielt und waren völlig in der Atmosphäre gefangen. (Ihr
wisst schon, man sitzt in der Uni, und die Umwelt ist gepixelt, man geht einen Gang entlang, und sieht in ihm nur die Fluchtpunkte, und die Türen zu beiden Seiten, aus denen jederzeit Monster rausspringen können, und man sorgt sich, weil man nur noch 2 Leben hat...).
Anyway, auf einem Level läuft man durch eine verlassene Festungsanlage und wartet auf die bösen Feinde, und diese Ebene sah genau aus wie Fes- tung Ehrenbreitstein; die strenge Anordnung der Mauern, die tiefen Rasen- flächen, die Schatten (gab es damals schon Schatten???) und das völlige Fehlen von realem Leben.
Ich war wie in einem Paralleluniversum, was gerade einen Hauch verscho- ben ist, so dass man die Abweichung merkt, und habe mich ertappt, wie ich dachte, ok, um diese Ecke bin ich schon gelaufen, und ich hatte nicht genug Munition für meine Bazzooka und ziemlich wenig Gesundheit... Wie gesagt, bizzar. Aber auch wer diese existenzielle Erfahrung nicht gemacht hat, wird sich wohl nicht der Atmosphäre von Festung Ehrenbreitstein ent- ziehen können.
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